






Zum 2-ten Mal offerierte der Verein unseren Mitgliedern eine nächtliche Schneeschuhwanderung. Mit einem kleinen Reisebus, gefahren von unserer Präsidentin, und einem Privatauto fuhren wir am Samstag, 19. Januar um 15.30 Uhr am Bahnhof in Däniken ab und gelangten via Luzern-Sarnen und hinauf Richtung Glaubenberg zum Langlauf-Sportcenter im Langis.
Wir hatten Glück mit dem Wetter. Am Freitag regnete es noch wie aus Kübeln bis auf 1‘900 m, am Samstag war der Himmel fast wolkenlos. Leider hatte der Schnee etwas unter der nassen Witterung gelitten, aber für eine gemütliche Schneeschuhwanderung war die Schneedecke noch hoch genug. 18 Personen an der Zahl, besammelten wir uns vor dem Sportgeschäft Glanzmann. Da die meisten von uns keine Schneeschuhausrüstung besassen, mussten zuerst für 14 Leute Schneeschuhe und Stöcke bereitgestellt werden. Beim Montieren der Schneeschuhe war man sich gegenseitig behilflich oder die erfahrenen Leiter zeigten, wie die verschiedenen Modelle an den Schuhen befestigt werden.
Als es einzudunkeln begann, waren wir alle startklar und die 20-köpfige Karawane setzte sich in Bewegung. Mit einem Gruppenleiter an der Spitze und einer Führerin als Schlusskontrolle stapften wir durch den nahen Wald in östlicher Richtung davon. Einen kurzen Moment standen wir im pink-violetten Abendrot der untergehenden Sonne. Ein Naturschauspiel, das mich immer wieder fasziniert und mir persönlich eine tiefe, innere Ruhe gibt.
Unser Guide führte uns auf verschiedenen Wegspuren kreuz und quer durch Wälder und über Hügel. Zwischendurch legten wir selber eine neue Spur durch die im Mondlicht hell reflektierenden, noch unberührten Schneehänge. Es machte riesigen Spass, in der freien Natur unterwegs zu sein und den im Schnee knirschenden Schneeschuhen, den rauschenden Baumwipfeln oder dem plätschernden Bächlein zu lauschen. Unterwegs wurden wir instruiert über die Gefahren dieses Sportes (Lawinen), über die Verhaltensregeln gegenüber den Tieren und die Beachtung der Wildschutzgebiete. Wir waren schon ca. 1 ¼ Stunden unterwegs, da erblickten wir in der Ferne ein Licht und ein Feuer. Als Überraschung wurde uns an der Feuerstelle heisser Glühwein oder Punsch angeboten. In fröhlicher Stimmung und im wechselnden Licht des Mond-Wolken-Spiels genossen wir die heissen Getränke. So langsam begann der Magen zu knurren, was uns dazu bewog, weiter in Richtung „Nachtessen“ zu wandern. Nach kurzer Wegstrecke erreichten wir das Berggasthaus Schwendi Kaltbad, wo für uns feine Älpler-Magronen mit Apfelmus à discrétion serviert wurden. Im heimeligen Bergrestaurant herrschte eine lockere Stimmung, es kamen erste Eindrücke dieser nächtlichen Tour zur Sprache. Es wurden auch bereits schon weitere Schneeschuhtouren in Betracht gezogen.
Wieder mit vollen Kräften nahmen wir zu später Stunde den Rückweg unter die Schneeschuhe. Die Leiterin hetzte uns nochmals einen Bergrücken hinauf, bevor wir definitiv zurück zum Ausgangspunkt unsere Spur in den Schnee zeichneten. Nach dieser halbstündigen Verdauungstour beendeten wir glücklich und zufrieden diese nächtliche Mondscheinwanderung und kehrten voller neuer Eindrücke ins Unterland zurück.
Christian Schacher