Erfahrene Läuferinnen und Läufer behaupten, der Hallwilerseelauf habe bezüglich Wetter einen guten Ruf; nun, den hat er sich verspielt, zumindest bei jenen, die sich für die erstmal angebotenen 10 Kilometer eingeschrieben haben. Dabei ist es wirklich eine prächtige Strecke, die die erste Hälfte des Halbmarathons bis zum Restaurant Delphin ausmacht. Die Besonderheit liegt darin, dass netto rund 100 Höhenmeter „verloren“ gehen, oder anders gesagt: Es geht häufig abwärts.
Ruth Püntener und Kathrin Peier begegneten sich schon auf dem ersten Kilometer nach dem Start im Mittelfeld der rund 600 Läuferinnen und Läufer und absolvierten danach einen „Paarlauf“; dank Chip-Zeitmessung lag am Schluss Kathrin leicht vorne…
Aber eigentlich war beim 10-er das Ankommen das Ereignis, denn bei Kilometer 5 öffnete der Himmel seine Schleusen, und die zweite Streckenhälfte hätte auch fast schwimmend absolviert werden können!
Der Sturzregen war vorbei, als kurz danach die Startblöcke des Halbmarathons bereitstanden. Nicht dass es ein trockener Lauf geworden wäre, aber zumindest war der Regen vorbei. Die Pfützen und der Schlamm waren aber noch da und hinterliessen ihre Spuren bis auf Gesässhöhe. Daniela Moor, die nach zweijähriger Verletzungspause erstmals wieder eine Startnummer trug, liess sich davon nicht abhalten und lief – mit Karins neuer Technik! – voller Begeisterung durch den Pflotsch.
Der Platzspeaker war wohl etwas euphorisch, als er meinte, es sei der Lauf am schönsten See nördlich der Alpen. Aber tatsächlich sind Landschaft, Ambiance und Organisation eine Supersache; gut verständlich, dass der Lauf trotz misslichsten Wetters erneut einen Teilnehmerrekord verzeichnete.
Peter Moor