Berichte

2000

Langlaufwochenende im Obergoms

Als wir am Freitagmorgen in Oberwald aus dem Furkatunnel herauskamen, blinzelten bereits die ersten Sonnenstrahlen über die Walliser Gipfel. Der Himmel war bereits strahlend blau und es versprach, ein herrlicher Tag zu werden. Wir konnten es kaum erwarten, auf die Ski zu kommen, und weil Fritz die Hotelzimmer und die Skiausrüstung für uns alle perfekt organisiert hatte, gelang uns dies in Rekordzeit. Vorsorglich nahm Fritz uns Greenhörner gleich mal unter seine Fittiche, während die anderen bereits die ersten Runden drehten. Die ersten paar Meter waren etwas unkoordiniert, die Skier erschienen uns äusserst „läbig“ und wir waren heilfroh um die Stöcke, die uns manch einen Sturz ersparten. Behutsam führte uns Fritz an die Technik heran und erklärte uns exakt, worauf wir zu achten hatten, ohne uns zu überfordern. Und siehe da, unter seiner Aufsicht machten wir die ersten Fortschritte, das Gleiten wurde zur Freude, wir übten Sitonen, 1:1, 2:1, den Ladystep und später auch asymmetrisch, Gleiten mit Stöcken und ohne, Stöcke vorne oder hinten verschränkt. Es machte Spass, die verschiedenen Techniken auszuprobieren und wir freuten uns über jedes Fortschrittchen. Stürze motivierten uns nur zum Weitermachen. Am Abend, als alle schliesslich eingetroffen waren, konnten wir uns beim gemütlichen Abendessen bereits „fachmännisch“ mit den „Cracks“ unterhalten. Am Samstag liefen wir guten Mutes los. Die Ernüchterung kam, die Ski liefen nicht, die Technikkenntnisse waren wohl irgendwo liegengeblieben, wir rutschten etwas hilflos über den Schnee, der so gar nicht unser Freund werden wollte. Bis Fritz erklärte, der Schnee sei halt noch ein bisschen stumpf, das werde aber besser im Verlauf des Tages, zweifelten wir ernsthaft an uns selber oder unseren Skiern. Aber nach ein paar Übungen wurde es besser und wir bekamen unsere Skier wieder in den Griff, so dass Fritz sich am Nachmittag beruhigt den anderen zuwenden konnte, um sie mit seinem grossen Fachwissen und Können zu unterstützen. Das Wetter war prächtig und wir waren schliesslich fast die letzten auf der Piste, als wir alle gemeinsam zurück nach Münster düsten.

Die Einladung zum Apero am Abend bei Ursula und Fritz nahmen wir gerne an, und wir wurden mit Walliser Brot und Walliser Weisswein verwöhnt, womit der Abend optimal eingestimmt war.

Auch der Sonntag war toll, wir hatten viel Spass. Wir fuhren am Morgen bei bitterkalten Temperaturen an Sträuchern und Bäumen mit dickem Rauhreif vorbei, überquerten die dampfende Rotte, genossen die Stille und die Schönheit der Natur und trafen uns schliesslich noch einmal alle in der „Gadebar“, bevor die ersten sich verabschiedeten und die anderen den Weg nach Münster noch ein letztes Mal unter die Skier nahmen. Fritz, du hast das perfekt organisiert, wir konnten wirklich nur profitieren von deiner Vorbereitung und Durchführung. Sportlich haben wir alle Fortschritte gemacht. Es war schlichtweg toll. Aber wie du das mit dem Wetter hingekriegt hat, das grenzt an Genialität.

 

Karin Kissling

 

 

 

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