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22. Belchen-Berglauf 2003 Belchen-Berglauf 2003 oder "Wo hört der Spass auf?" Sonntag, 10. August 2003, 09:00 Uhr. Ich stehe am Beckenrand des Schwimmbades Schönenwerd, meine Oberschenkel spannen sich, ich neige mich vor, atme tief ein, meine Hände langen nach vorne, ich verliere den Kontakt mit dem Beton, das kühle Nass ist nur noch ein paar Handbreit weg und dann ... und dann...
Dann wache ich aus meinem Traum auf. Ich schau auf meine Füsse: ein paar Laufschuhe, ich schau mich um, Dutzende von Laufschuhen, gefüllt mit Männern und Frauen, alle ähnlich gekleidet wie ich, ach, jetzt fällts mir wieder ein, ich bin auf dem Areal des Bannfeldschulhauses, muss irgend einem Ruf gefolgt sein, einer inneren Stimme vielmehr, die sinngemäss etwa folgendes gesagt haben muss (anders kann ich mir meinen Start nicht erklären): "Hey Chregu, heute ist es wieder mal weit über 30 ° Celsius warm, und Du willst die 13 km von Olten über den Belchen Richtung Allerheiligenberg wirklich in Angriff nehmen? Das ist nicht normal, ganz sicher ist es nicht gesund und jenseits jeder Logik...aber... Tu es trotzdem! Tu es...!!" Viele bekannte Gesichter begegnen mir (Hatten sie die gleiche Vision wie ich???). Mit einigen wechsle ich ein paar Worte: Tiefstapeleien betreffend der Tagesform: "besch zwäg?!" "man wird sehen". Beim Einlaufen schliesse ich mich Chregu und Ivan an. Ich verspüre bereits jetzt schon ein Ziehen im Rücken. Heute wirds heiss, aber es ist ja für alle so, denk ich. Zweckoptimismus oder Selbstbetrug? Gewissheit darüber werde ich erst nach dem Start haben. Eine kurze taktische Besprechung mit meinen Laufschuhen, wir scheinen uns einig zu sein. Dann der Startschuss, ein horrendes Tempo schon zu Beginn weg, nichts mit "Schonen wegen der Hitze" zumindest für die Spitzenläufer. Schon vom Start weg weiss man, dass man sich an einem Berglauf angemeldet hat, und es ist erst der Anfang.
Beim Pfadiheim Wangen wirds erstmals richtig steil. Die Sonne lässt sich da dieses Schauspiel auch nicht nehmen, sie brennt auf unsere Rücken, sodass wir ein paar Hundert Meter weiter froh sind, wieder den schützenden Wald zu erreichen. Nun gehts in einem Bogen auf eine Anhöhe. Rechts hinunter gehts zum Bergrestaurant Rumpel. "Die hätten für mich sicher noch ein kühles Panaché übrig" denke ich, doch ich spüle meinen salzigen Mund wie alle anderen mit einem Becher Wasser vom offiziellen Verpflegungsstand.
Ich habe Mühe, Chregus Schritt zu folgen, Taktik ändern ist angesagt. Sowieso in dieser langen, monotonen Quertraversierung. Ich konzentriere mich, locker zu laufen, hinter mir Mitstreiter, schwerfällig keuchend, vielleicht gehts mir doch noch nicht ganz so schlecht. Und dann endlich die Abzweigung auf den schmalen Saumpfad Richtung Homberglücke. Hier ist Laufen auch wieder Koordinationssache, und zeitmässig liegt auch zügiges Gehen drin. Der Läufertross schlängelt sich hier in Einerkolonne über Wurzeln und Steine Richtung Homberglücke aufwärts, nur noch wirklich ganz Verwegene denken ans Ueberholen.
Dann der Zieleinlauf... all die Anspannung ist weg... jetzt nur noch bechern ... Wasser! Wasser! Wasser!!!
Keine Bestzeit heute für mich, auch für die Anderen von der Laufgruppe nicht. Die Hitze war für Alle heute ein Handycap. Doch jeder war wohl glücklich, ins Ziel gekommen zu sein und vielleicht noch ein wenig mehr als sonst stolz über seine Leistungen. Nebst dem Streckenrekord bei den Damen und den Herren haben auch Läufer/innen der LG Niederamt hervorragende Leistungen geboten:
p.s.: Und wo hört der Spass auf? ... Hier! Chregu Schlosser (ein gebeutelter Belchenlauf-Teilnehmer...) |
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