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Teilnehmer der zweitägigen Bergwanderung besammelten sich um
07:30 am Bahnhof Olten. Die schlechte Wetterprognose für Samstag
konnte unsere gute Laune nicht verderben. Pünktlich zum Start
der Wanderung an der Postautohaltestelle Silenen mussten wir schon
unseren Regenschutz anziehen. Es war nur ein Nieselregen mit längeren
Unterbrüchen. Bis nach Bristen wanderten wir auf einem guten
Waldpfad, doch weiter im Etzlital war der Bergpfad teilweise recht
nass und wird uns in feuchter Erinnerung bleiben. Wenigstens für
die Mittagspause waren wir im Trockenen, denn die Sennerfamilie
im Etzliboden stellte uns freundlicherweise Tisch und Bänke
in die Tenne. Als Entschädigung haben wir bei ihnen eine Anzahl
Kaffee bestellt und Christian kaufte der Familie ein Stück
Bergkäse ab. Gegen 16 Uhr erreichten wir schon unser Tagesziel,
die Etzlihütte auf 2040 Meter. Nachdem jeder ein paar passende
Hüttenfinken gefunden hatte, bezogen wir unseren Schlafraum
im ersten Stock. Wieder in der gemütlichen Stube, überraschte
uns Christian mit einer feinen Käseplatte (vom gekauften Alpkäse)
und einem guten Glas Veltliner zum Zvieri. Draussen gab es heute
leider kein Alpenglühen, nur Nebel wie in Grossmutters Waschküche.
Etwa im Halbstundentakt verzog sich der Nebel und gab die Sicht
für einen Augenblick frei auf die Berge. Gespannt erwarteten
wir den Morgen, ob sich das Wetter tatsächlich, wie vorausgesagt,
zum Guten wenden würde. Da setzte man sich doch gerne wieder
in der warmen Hütte an den Tisch, wo uns ein gutes Nachtessen
mit Dessert serviert wurde. Beim gemütlichen Plaudern verging
die Zeit im Nu und man verzog sich in Richtung Schlafraum.
Sonntagmorgen - Morgentoilette, aufräumen, packen und schnell
noch die Trinkflasche für den Marschtee bereitstellen. In bester
Laune setzten wir uns zum Frühstück, denn kein Wölklein
trübte den blauen Himmel und die leicht verschneiten Berggipfel.
Vor dem Abmarsch mussten der eine oder andere noch die wärmende
Jacke und lange Hosen und sogar noch Handschuhe aus dem Rucksack
klauben. Die Temperatur war nämlich sehr tief und die Bise
machte alles noch kälter. Nach dem ersten oder spätestens
zweiten Halt war aber schon wieder leichtere Bekleidung angesagt.
Entlang dem Rossbodenstock und Steinstock gewannen wir stetig an
Höhe. Von einem Vorsprung rechts oben wurde unsere Wandergruppe
beobachtet von einem neugierigen Maulesel. Entlang des Weges konnten
wir uns immer wieder an den vielen Arten von Alpenblumen erfreuen.
Der meist gute Bergpfad, gespickt mit Balance-Uebungen über
Felsplatten und kleineren Klettereinlagen, führte uns zur Pörtlilücke,
2506m, mit einem markanten Steinmann. Links von uns erhob sich der
Sunnig Wichel und rechterhand der Ruchen. Nun war der höchste
Punkt unserer Tour erreicht, es konnte nur noch abwärts gehen.
Nach einer längeren Rast am Pörtlibach auf einer kleinen
Hochebene waren wir wieder fit für den nächsten steilen
Abstieg zur Treschhütte im Fellital. Unterwegs konnten auch
Heidelbeeren degustiert werden von den zahlreichen Sträuchern.
Vor der Treschhütte konnten wir uns wieder ausruhen, trinken
oder auch ein Fussbad nehmen im kalten Wasser des Brunnentroges.
Durch Wald und Weiden gelangten wir zum letzten Aussichtspunkt,
wo man das Reusstal überblicken konnte. Von hier führte
ein Fahrweg durch den Wald nach Gurtnellen. Auf dem letzten Wegstück
wurde noch ein kurzes Lauftraining eingeschaltet, sonst hätten
wir das Postauto verfehlt. Der Abstieg von 2500 m nach Gurtnellen
fuhr kräftig in die Beine. Wie man nachher hörte, fiel
einigen am nächsten Tag das Gehen ziemlich schwer.
Christian Schacher und Evelyn sei herzlich gedankt für die
grosse Arbeit und gute Organisation.
Heinz Wälti |
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