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Der GP
Fricktal hat wahrscheinlich die bestprophezeite Wettervorhersage aller Läufe.
Der Entscheid, den Lauf auf den Ostersamstag zu legen, kann eigentlich keinen
anderen Grund haben. Die hohen Teilnehmerzahlen könnten allenfalls
darauf hindeuten, dass es über Ostern für einen Läufer kein
attraktives Alternativprogramm gibt. Die traditionellen Ostertätigkeiten
sind vorwiegend im Sitzen zu bewältigen, so dass manches Läuferherz
und vor allem die -beine nach einer Herausforderung schreien mögen.
So sind die zehn Meilen in Eiken ein passendes Angebot.
Die Wetterfrage war diesmal schnell beantwortet: kühl, trüb, grau. Die Kleiderfrage war bereits etwas schwieriger: Was zieh' ich an bzw. aus? Was behalt' ich an? Die anderen Läufer und Läuferinnen waren auch keine echte Hilfe. Man sah alle Varianten: lang/lang, kurz/lang, lang/kurz und kurz/kurz. Also verliessen wir uns auf das eigene Gefühl und stellten uns schliesslich in die Startreihe. Ziele und Wunschzeiten wurden formuliert, Durchgangs- und Kilometerzeiten vorgerechnet. Für die einen waren die zehn Meilen des GP Fricktal der regelrechte Saisonauftakt, für die anderen ein Formtest für den geplanten Marathon. Ein kurzer Schauer unmittelbar vor dem Startschuss liess die nicht wasserfesten Kilometervorgaben auf der Hand etwas weicher erscheinen. Das Güsschen liess uns jedoch nicht ganz durchnässen, den Rest trocknete der Wind schnell. Der Startschuss entliess uns auf die erste Schlaufe von gut fünf Kilometern, bevor wir Start und Ziel nochmal passierten und uns auf die grosse Runde aufmachten. Wir überquerten erneut die Autobahn und tauchten dann in den Wald ein. Auf der langen Geraden entlang der Bahnlinie lief der Pulsmesser selbständig auf Hochtouren. Die kurz darauf folgende Treppe liess uns wieder vermehrt auf die Strecke konzentrieren. Die Stufen genügten, um den Rhythmus zu brechen und zu spüren, dass die Muskulatur bereits etwas ermüdet war. Die schottischen Hochlandrinder vom letzten Jahr zeigten sich diesmal nicht. Ablenkung wäre sehr gefragt gewesen, denn die nicht endenwollende Gerade bis ca. km 14 forderte etwas mentale Härte. Doch sobald der letzte Getränkeposten in Sicht kam, kam die Moral zurück, denn dies bedeutete, dass die "flamme rouge" nicht mehr weit war. "Den letzten Kilometer sollte man stets geniessen", sagte mein Begleiter während des Laufes. Nach einiger Überlegung musste ich ihm absolut rechtgeben. Die Müdigkeit fällt von einem ab. Die Schritte werden wieder etwas länger. Die Vorfreude ist gross. Die Autobahnbrücke kam wieder in Sicht. Nachdem auch der Roby-Dog elegant umlaufen worden war, spurteten wir ins Ziel. Das Duschwasser war kalt; ein Ansporn, im nächsten Jahr eine bessere Zeit zu laufen, damit man früher unter die Dusche kommt. Die Festwirtschaft war gemütlich warm. Das kulinarische Angebot konnte indes den Ansprüchen einer modernen Sportlerernährung nicht genügen. Die zwar nicht unattraktive grillierte Eiweiss-Fett-Masse in Wurstform befriedigte die nach Kohlenhydraten gierenden Muskeln nicht wirklich. Die Rangverkündigung und Verlosung aus den Startnummern brachte nochmal ein bisschen Spannung. Die Autorin dankt Christian an dieser Stelle nochmal herzlich für das Überlassen seines Preises.
Karin Kissling
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