Gespannt,
wer und wie viele dem Aufruf zum sonntäglichen Bergtraining
folgen werden, warten Evelyne, Veronika und ich auf die noch eintreffenden
Kameradinnen und Kameraden.
Noch unterwegs im Auto überholten wir Elisabeth, die mit dem
Velo zum Treffpunkt unterwegs war. Weiter oben erblickten wir Ursula,
die in zügigem Schritt in Richtung Restaurant Eisenbahn in
Trimbach marschierte, wo um 9.00 Uhr zum Training gestartet werden
soll.
Wir
mussten nicht lange schlottern, denn alle Trainingswilligen trafen
pünktlich am vereinbarten Startort ein. Das Wetter zeigte sich
Hochnebelverhangen, mit Tendenz zu einzelnen helleren Durchblicken.
Bei einer Temperatur nahe dem Gefrierpunkt teilen wir uns in zwei
Gruppen auf. 6 Personen der schnelleren Kategorie nehmen den etwas
weiteren Weg, via Meierhof - Ban - Rumpelhöchi - Mieserenfluh-Lücke
- Chalberweidli - Ober Erli - Unter Erli zum Wille Haus unter die
Füsse.
Die
zweite Gruppe mit Evelyne, Ruth, Veronika, Ursula Kathrin und Elisabeth
wählen die kürzere Route über Meierhof - Unter Wald
- Spittelbergstrase - Unter Erli zum Ziel auf 871 m.ü.M. Schnell
noch ein Foto von der gesamten Gruppe machen, Apparat im Rucksack
verstauen, Handschuhe anziehen und los geht’s. Zuerst gemächlich
und gemeinsam bis zum Punkt 481 Meierhof, dort wo die Golf-Trainingsanlage
steht. Ab hier trennen sich unsere Wege.
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Bergauf
im Nebel |
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Das
General-Wille-Haus ist erreicht |
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Meine
Gruppe mit Christian, Heinz, Hanspeter, Zita und Angelika joggen
zuerst ein Stück dem Bahndamm entlang in Richtung Trimbach
zurück. Parallel mit dem Bach schlängelt sich der schmale
Wanderweg durch ein Waldstück, leicht abfallend, zur nahegelegenen
Fahrstrasse auf den Rumpel. Plötzlich tönen von hinten
Stimmen, die zum Anhalten auffordern. Wir schauen zurück und
sehen, dass Angelika am Boden kauert und das linke Fussgelenk umfasst.
Wir ahnen nichts Gutes und laufen zu ihr zurück. Sie hat auf
dem unebenen Terrain den Fuss umgeknickt und der Schmerz lässt
nicht zu, den Fuss richtig zu belasten. Mit der Vermutung, die Aussenbänder
überdehnt zu haben, macht sich Angelika humpelnd auf den Rückweg,
ihr Lebenspartner begleitet sie dabei.
Nur
noch vier an der Zahl machen wir uns wieder auf den Weg Richtung
Wille Haus. Die Strecke zur Rumpelhöchi ist steil, auf 2 km
sind 280 Höhenmeter zu überwinden. Christian klagt etwas
über schwere Beine, was jedoch nicht verwunderlich ist, denn
er legte die Strecke von Däniken nach Trimbach schon joggenderweise
zurück.
Langsam
dringen wir in die Nebeldecke ein, die Landschaft um uns ist vom
gestrigen Schneefall leicht angezuckert. Nach einem kurzen aber
steilen Wegstück auf tiefem Boden erreichen wir den Übergang
zwischen Hornflue und Mieserenflüe. Ein Zick-zack-Abstieg über
rutschige Treppenstufen und laubbedeckten Waldboden bringt uns 50
Höhenmeter tiefer zum Gehöf Chalberweidli. Hier müssen
wir einen dringenden Zwischenhalt für männliche Bedürfnisse
einschalten, derweil Zita (Frauen kennen dieses Problem scheinbar
nicht) einsam weiterläuft. Rasch holen wir sie auf der asphaltierten
Miesernstrasse wieder ein und gemeinsam erreichen wir nach einigen
Kehren den höchsten Punkt Ober Erli auf 808 m. Von hier aus
können wir am gegenüberliegenden Berghang unser Ziel,
das General Wille Haus, entdecken. Zuerst aber liegen noch 120 Meter
Abstieg vor uns. Auf der teilweise leicht vereisten Strasse müssen
wir mit der entsprechenden Vorsicht auftreten, um nicht auf dem
Hosenboden zu landen. Ab Punkt 691 Unter Erli folgt der letzte Anstieg
auf der Spittelbergstrasse durch militärisches Schiessgebiet.
Im oberen Strassenteil sind Kynologen am Werk. Sie richten Arbeitsplätze
ein, derweilen ihre Hunde geduldig an den Zaunpfosten angebunden
auf ihren Einsatz warten. In gebührendem Abstand, und die Hunderassen
rätselnd, erklimmen wir die letzten Höhenmeter zum Wille
Haus.
Hier
erwartet uns eine spezielle Begrüssung, denn vor dem Haus stehen
auf einer Kreidetafel die Worte: „Wir begrüssen besonders
die Kader-Teams der Laufgruppe Niederamt und der Laufsportgruppe
Olten“! Welch ein herzlicher Empfang des Hüttenteams
von Adrian, da tritt man gerne ein. Paradoxerweise ist die „langsamere“
Gruppe schon da und geniesst den wärmenden Tee und die eigens
gebackenen Brownies von Adrian. Wir setzen uns zu ihnen und lassen
uns ebenfalls Tee servieren.
Nach
einer halbstündigen Erholungspause rüsten wir uns wieder
für den Abstieg ins Tal. Etwas fröstelnd gegen die neblige
Bise gelangen wir über die Challhöchi und via Ifleter
Berg-Chilenfeld-Ifenthal zum Rankbrünneli. Durch die Schlucht
im Graben geniessen wir die friedliche Umgebung dem Bach entlang
und erreichen über Meierhof wieder den Ausgangspunkt auf dem
Parkplatz.
Es scheint, als hätten alle den Plausch an diesem lockeren
„Wille Haus Training“ gehabt. Wir verabschieden uns
gegenseitig und sprechen bereits von einer Wiederholung! Es wird
gemunkelt, dass dieser Termin der 11. Dezember 2004 sein soll! Herzlichen
Dank für euer Mitmachen, ich hatte Spass daran und werde das
nächste Mal sicher wieder dabei sein!
Euer
Laufkollege
Christian
Schacher
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