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Hallwilerseelauf 2004

Letztes Jahr war es der erste Halbmarathon für mich resp. der erste "grosse Lauf" überhaupt.

Mein Ziel letztes Jahr: Freude am Laufen, einigermassen geniessen und natürlich durchhalten bis am Ende. Das habe ich dann auch geschafft und deshalb habe ich mich entschlossen dieses Jahr wieder teilzunehmen.

Bereits drei Tage vor dem Start bemerkte ich eine gewisse innere Unruhe obwohl ich mir immer wieder einredete, dass die Zeit die gemessen würde, ja nicht so wichtig sei.

Meine Vorstellung vom Lauf ganz klar auch dieses Jahr: Freude am Laufen, und durchs Ziel zu laufen - nur kam da immer wieder der Gedanke, dass es eben doch toll wäre, die 2h-Grenze zu unterbieten. Eigentlich brauchte ich dafür nur 2 Minuten schneller zu sein als letztes Mal und doch setzte ich mich so eben doch ein ganz klein wenig unter Druck.

Der grosse Tag

Ich reihte mich diesmal weiter vorne beim Start ein. In der Nacht zuvor hatte es stark geregnet, die Luft war kühl aber perfekt zum Laufen.

13.15 Startschuss und wir begannen zu gehen, da sich das Feld zuerst etwas verteilen musste. Schnell bemerkte ich, dass das Grundtempo für mich etwas schnell war, aber im Sog der Läufer konnte ich gar nicht anders, also schloss ich mich dem Tempo an. Bei Km 6 hatte ich bereits die erste Krise und hatte Mühe, mir vorzustellen, die ganze Strecke wirklich durchzuhalten. Ich konzentrierte mich also darauf, mein wirkliches Tempo einzuhalten und musste mir bis zum Schloss einige Male selber gut zureden und den Lauf über den "Kopf" abwickeln. Schliesslich ist ja ein grosser Teil eines solchen Laufes "mental", habe ich mir sagen lassen. Die Uhr, die Zeit, das Ziel war bis zum Schloss völlig vergessen, da ich mit mir selber ziemlich beschäftigt war, dann plötzlich lief es wie von alleine. Die Fans unseres Laufträffs gaben mir ultimativ noch den letzten Kick ("vielen Dank"), um nochmals aufzudrehen, durchzuhalten und sogar auf den letzten Kilometern die Natur geniessen zu können, über die vielen "Spinner" nachzudenken, die das selbe taten wie ich und mich zu freuen, dass ich es bald geschafft hatte. Die Uhr war plötzlich ein Thema und ich bemerkte, dass wenn ich das Tempo noch etwas erhöhen könnte, ich mein Ziel vieellleicht erreichen könnte. Und siehe da, die letzten Meter war mein Kopf noch viel stärker, als dass ich es angenommen hatte, ich lief und lief und lief und - erreichte das Ziel knapp unter 2 Stunden! Ein tolles Gefühl für mich selber!

Die Nervosität ist weg, der Anlass ist bereits Wochen zurück und mir bleibt der ganze Lauf als sehr gute Erinnerung. Für mich sind solche Läufe ein Abwägen zwischen Kopf und Körper, lohnt es sich, bis ans Limit zu gehen oder sogar noch mehr oder soll es nur Spass machen? Ich steh mir da manchmal selber im Weg und ich bemerke, dass mir bereits wieder Gedanken kommen: Was wäre, wenn ich nächstes Jahr nur ein ganz klein wenig schneller laufen würde...??

 

Viel Spass beim Laufen

Sabina Kasper

 

 

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© Laufgruppe Niederamt – Release: 26.11.2005
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