Letztes
Jahr war es der erste Halbmarathon für mich resp. der erste
"grosse Lauf" überhaupt.
Mein
Ziel letztes Jahr: Freude am Laufen, einigermassen geniessen und
natürlich durchhalten bis am Ende. Das habe ich dann auch geschafft
und deshalb habe ich mich entschlossen dieses Jahr wieder teilzunehmen.
Bereits drei Tage vor dem Start bemerkte ich eine gewisse innere
Unruhe obwohl ich mir immer wieder einredete, dass die Zeit die
gemessen würde, ja nicht so wichtig sei.
Meine Vorstellung vom Lauf ganz klar auch dieses Jahr: Freude am
Laufen, und durchs Ziel zu laufen - nur kam da immer wieder der
Gedanke, dass es eben doch toll wäre, die 2h-Grenze zu unterbieten.
Eigentlich brauchte ich dafür nur 2 Minuten schneller zu sein
als letztes Mal und doch setzte ich mich so eben doch ein ganz klein
wenig unter Druck.
Der grosse Tag
Ich
reihte mich diesmal weiter vorne beim Start ein. In der Nacht zuvor
hatte es stark geregnet, die Luft war kühl aber perfekt zum
Laufen.
13.15 Startschuss und wir begannen zu gehen, da sich das Feld zuerst
etwas verteilen musste. Schnell bemerkte ich, dass das Grundtempo
für mich etwas schnell war, aber im Sog der Läufer konnte
ich gar nicht anders, also schloss ich mich dem Tempo an. Bei Km
6 hatte ich bereits die erste Krise und hatte Mühe, mir vorzustellen,
die ganze Strecke wirklich durchzuhalten. Ich konzentrierte mich
also darauf, mein wirkliches Tempo einzuhalten und musste mir bis
zum Schloss einige Male selber gut zureden und den Lauf über
den "Kopf" abwickeln. Schliesslich ist ja ein grosser
Teil eines solchen Laufes "mental", habe ich mir sagen
lassen. Die Uhr, die Zeit, das Ziel war bis zum Schloss völlig
vergessen, da ich mit mir selber ziemlich beschäftigt war,
dann plötzlich lief es wie von alleine. Die Fans unseres Laufträffs
gaben mir ultimativ noch den letzten Kick ("vielen Dank"),
um nochmals aufzudrehen, durchzuhalten und sogar auf den letzten
Kilometern die Natur geniessen zu können, über die vielen
"Spinner" nachzudenken, die das selbe taten wie ich und
mich zu freuen, dass ich es bald geschafft hatte. Die Uhr war plötzlich
ein Thema und ich bemerkte, dass wenn ich das Tempo noch etwas erhöhen
könnte, ich mein Ziel vieellleicht erreichen könnte. Und
siehe da, die letzten Meter war mein Kopf noch viel stärker,
als dass ich es angenommen hatte, ich lief und lief und lief und
- erreichte das Ziel knapp unter 2 Stunden! Ein tolles Gefühl
für mich selber!
Die Nervosität ist weg, der Anlass ist bereits Wochen zurück
und mir bleibt der ganze Lauf als sehr gute Erinnerung. Für
mich sind solche Läufe ein Abwägen zwischen Kopf und Körper,
lohnt es sich, bis ans Limit zu gehen oder sogar noch mehr oder
soll es nur Spass machen? Ich steh mir da manchmal selber im Weg
und ich bemerke, dass mir bereits wieder Gedanken kommen: Was wäre,
wenn ich nächstes Jahr nur ein ganz klein wenig schneller laufen
würde...??
Viel Spass beim Laufen
Sabina Kasper |
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