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Schon
zum 9-ten mal packten wir Mitte Januar die Ski- oder Snowboard-Utensilien
für unser gemeinsames Skiweekend. Wie letztes Jahr schon hatte
Martin Hürzeler im Gasthof „Berghaus“ in Hasliberg
Wasserwendi für 28 Personen das Massenlager mit Halbpension
reserviert.
Angereist wurde in zwei Varianten. Etwas mehr als die Hälfte
machte sich auf 4 Rädern auf den Weg, elf weitere versuchten
es mit der Bahn. Dies bedeutete, frühmorgens raus aus den Federn
und um 06.10 Uhr auf dem Perron in Olten bereitstehen. Ohne Probleme
und gut gelaunt fuhren wir auf unseren reservierten Plätzen
nach Luzern. Unterwegs in Oftringen stieg unser Reiseleiter Martin
zu uns. Ohne Hetzerei und nur durch ein paar blasenbedingte Austritte
konnten wir im roten Brünigbähnli unsere reservierten
Frühstückstische im Speisewagen einnehmen. Solche Privilegien
erfährt man natürlich nur, wenn der Reiseleiter selber
auf dieser Bahnstrecke als Lokführer tätig ist. Die ältere,
sehr freundliche und äusserst leistungsfähige Dame servierte
uns mit sehr viel Witz die bestellten Getränke und Gipfeli.
Die Zeit verging wie im Fluge. Beim Umsteigen ins Postauto auf dem
Brünigpass zeigte sich das Wetter nicht gerade von der besten
Seite. Aber lieber genügend Schnee und nicht so strahlend,
als schön und keinen Schnee (vor zwei Tagen war es hier noch
grün). Unser Busfahrer verwechselte anscheinend die Passfahrt
nach Hasliberg-Wasserwendi mit einem Formel 1 Rennen, so rasant
kurvte er durch die Strassen. Bei der Talstation Wasserwendi war
Endstation und wir machten uns bereit für den angekündigten,
ca. 1 km langen Fussmarsch. Mit Rucksack und Skier auf dem Buckel
wollten wir losmarschieren, da tönte eine fragende Stimme:
„Gehört ihr zur Laufgruppe Niederamt!?“ Als wir
uns umdrehten stand da ein Kleintransporter mit einladend offener
Tür. Das Wort einsteigen musste nur einmal ausgesprochen werden,
und schon stopften wir das Fahrzeug voll bis auf den letzten Platz.
Dank dafür sei Roger, denn die Idee, uns das Taxi zu schicken,
stellte sich als Volltreffer heraus. Hätten wir die eher etwas
zu kurz eingeschätzte Strecke laufen müssen, wären
wir schon arg ins Schwitzen geraten. So aber konnten wir in der
Gaststube unserer Unterkunft in aller Ruhe noch ein stärkendes
Getränk zu uns nehmen.
Nach und nach fanden sich alle Leute ein und die von Roger vorgängig
besorgten Skipässe konnten verteilt werden. Nach dem Zimmerbezug
schnallten wir die Carving-Skier an und suchten uns vorsichtig und
noch etwas unsicher eine Spur die Hänge hinunter zur Talstation
der Käserstatt-Luftseilbahn.
Ohne anzustehen bestiegen wir die 4-er Gondeln und schwebten den
Berg hinauf. Der gute Schnee und die immer etwas stärker durch
die Wolken blinzelnde Sonne liess unsere gute Stimmung noch ansteigen.
Bequem und leise beförderte uns der 6-er Sessellift zum höchsten
Punkt, die Hochsträss auf 2'180 m ü. M. Nun konnte es
endlich losgehen! Zuerst die ganze Gruppe, später in vereinzelten
Grüppchen wurden die Pisten und unsere Kondition getestet.
Zum Mittagessen trafen wir uns alle wieder im reservierten Stübli
des Käserstatt-Restaurants. Ausgerechnet über die Mittagszeit
lösten sich die Wolken auf und die Farbe blau übernahm
das Zepter. Die Mittagspause war mehr „Hast als Rast“
und schon standen wir wieder auf den Brettern. Aber kaum draussen,
begann sich das Wetter wieder anders zu besinnen. Nichts desto trotz,
die Pisten wurden bis um 16.00 Uhr in mehr oder weniger rasantem
Tempo ausgekostet.
Nach einem Zwischenstopp in der Skibar fuhren wir gemeinsam über
eine Nebenroute direkt vor die Haustüre unseres Berghauses.
Die Zeit bis zum Fondue-Nachtessen verbrachten die einen mit intensiver
Körperpflege, lesen, diskutieren oder dösen. Als Apéro
zauberten Vincenza und Stefan einen Prosecco hervor. Mit den ausgliehenen
Gläsern der Gasthofküche prosteten wir uns zu und genossen
den feinen Trank in lustiger Stimmung auf unserem Massenlager. Kaum
waren unsere Gläser leer, war es Zeit zum Nachtessen. Bei einer
gemütlichen Fondue-Runde, dem passenden Weisswein und dem obligaten
Kirsch als Verdauer verging der Abend viel zu schnell. Es schien
nun an der Zeit, die dicke Käseluft etwas aus der Nase zu vertreiben.
Während die einen den Jassteppich verlangten, machte sich eine
andere Gruppe für einen nächtlichen Bummel bereit. Bei
etwas rutschigen Verhältnissen bewegten wir uns in finsterer
Nacht die Bergstrasse hoch und hofften insgeheim, die hoch oben
erspähten Lichter mögen zu einer Gaststätte gehören.
Einigen schien der Aufwand zum Ertrag etwas gar gross und sie machten
sich wieder auf den Rückweg. Der harte Kern biss sich durch,
allerdings ohne Erfolg, denn es war keine Einkehrmöglichkeit
zu finden. So bliesen auch wir zum Rückzug und belohnten uns
im Berghaus mit einem Schlummertrunk.
Langsam wurde es in der Gaststube ruhig und die Leute verschwanden
gähnend oder mit einem müden Blick in den Augen zu ihren
Schlafplätzen.
Die Nacht verlief nicht für alle gleich gut. Mehr oder weniger
gut ausgeschlafen fanden wir uns tröpfchenweise beim morgendlichen
Frühstück wieder. Einige noch ruhig, andere schon wieder
zu witzigen Sprüchen aufgelegt, stärkten wir uns für
den bevorstehenden zweiten Skitag. Nach dem Packen der Taschen und
Rucksäcke wiederholte sich das Prozedere des Vortages, jedoch
mit dem Unterschied, dass es etwas Wartezeiten bei den Bahnen gab.
Das Wetter schlechter als am Vortag, mit Nebel und etwas Schneefall,
bremste die Fahrweise im oberen Pistenbereich enorm. Stürze
im dichten Nebel und der kalte Wind war für einige der Grund,
sich in wärmere Umgebung abzusetzen.
Glück im Unglück hatte Trudy bei der Fahrt mit der Sesselbahn
Bidmi. Beim Ausstieg, die Skier bereits aufgesetzt, stoppte die
Bahn abrupt. Durch das Zurück-pendeln des Sessels gerieten
die Skier wieder hinter den Ausstiegspunkt und Trudy rutschte durch
den freien Spalt nach unten. Zum Glück stoppten die Fangnetze
ihren Sturz und mit Hilfe eines Bahnangestellten und Martin Bopst
konnte Trudy unverletzt aus der ungemütlichen Lage befreit
werden.
Das etwas garstige Wetter veranlasste uns, die Mittagspause etwas
länger zu gestalten. Danach folgten aber noch einige rassige
Abfahrten zur Mittelstation Lischen.
Viel zu schnell verging die Zeit und gemeinsam traten wir die Abfahrt
zu unserer Unterkunft an. Die mit dem Auto Angereisten verabschiedeten
sich, wir packten unsere Sachen und fuhren auf den Skiern zur Talstation.
Die Zeit reichte noch, um im nahegelegenen Restaurant, vor der Busfahrt
zum Bahnhof Brünig, einen speziellen Kaffee zu geniessen.
Der etwas intensiver gewordene Wind und das Schneetreiben bis zum
Bahnhof Brünig versetzten die Landschaft nochmals in ein winterliches
Kleid. Deshalb waren wir froh, für die Heimfahrt im gemütlichen
Speisewagen der LBB bei einem Glas Wein zu sitzen, ohne uns um die
schwierigen Strassenverhältnisse kümmern zu müssen.
Ein erlebnisreiches, schönes und „unfallfreies“
Skiweekend ging zu Ende. Mein herzlicher Dank richtet sich an Brigitte
Caspar und Martin Hürzeler. Sie hatten alles top organisiert
und jederzeit voll im Griff. Ich meinerseits freue mich schon auf
das nächstjährige Skiweekend!
Der
Schreiberling Christian Schacher |
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Die
Sonne zeigt sich auch kurz |
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Gemischte
Gruppe im Schneetreiben |
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Da
sind noch zwei auf Pistensuche |
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Ein
aufgestellte Gruppe … |
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…
stellt sich dem Fotografen. |
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