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Skiweekend Meiringen-Hasliberg vom 17./18. Januar 2004

Schon zum 9-ten mal packten wir Mitte Januar die Ski- oder Snowboard-Utensilien für unser gemeinsames Skiweekend. Wie letztes Jahr schon hatte Martin Hürzeler im Gasthof „Berghaus“ in Hasliberg Wasserwendi für 28 Personen das Massenlager mit Halbpension reserviert.
Angereist wurde in zwei Varianten. Etwas mehr als die Hälfte machte sich auf 4 Rädern auf den Weg, elf weitere versuchten es mit der Bahn. Dies bedeutete, frühmorgens raus aus den Federn und um 06.10 Uhr auf dem Perron in Olten bereitstehen. Ohne Probleme und gut gelaunt fuhren wir auf unseren reservierten Plätzen nach Luzern. Unterwegs in Oftringen stieg unser Reiseleiter Martin zu uns. Ohne Hetzerei und nur durch ein paar blasenbedingte Austritte konnten wir im roten Brünigbähnli unsere reservierten Frühstückstische im Speisewagen einnehmen. Solche Privilegien erfährt man natürlich nur, wenn der Reiseleiter selber auf dieser Bahnstrecke als Lokführer tätig ist. Die ältere, sehr freundliche und äusserst leistungsfähige Dame servierte uns mit sehr viel Witz die bestellten Getränke und Gipfeli.
Die Zeit verging wie im Fluge. Beim Umsteigen ins Postauto auf dem Brünigpass zeigte sich das Wetter nicht gerade von der besten Seite. Aber lieber genügend Schnee und nicht so strahlend, als schön und keinen Schnee (vor zwei Tagen war es hier noch grün). Unser Busfahrer verwechselte anscheinend die Passfahrt nach Hasliberg-Wasserwendi mit einem Formel 1 Rennen, so rasant kurvte er durch die Strassen. Bei der Talstation Wasserwendi war Endstation und wir machten uns bereit für den angekündigten, ca. 1 km langen Fussmarsch. Mit Rucksack und Skier auf dem Buckel wollten wir losmarschieren, da tönte eine fragende Stimme: „Gehört ihr zur Laufgruppe Niederamt!?“ Als wir uns umdrehten stand da ein Kleintransporter mit einladend offener Tür. Das Wort einsteigen musste nur einmal ausgesprochen werden, und schon stopften wir das Fahrzeug voll bis auf den letzten Platz. Dank dafür sei Roger, denn die Idee, uns das Taxi zu schicken, stellte sich als Volltreffer heraus. Hätten wir die eher etwas zu kurz eingeschätzte Strecke laufen müssen, wären wir schon arg ins Schwitzen geraten. So aber konnten wir in der Gaststube unserer Unterkunft in aller Ruhe noch ein stärkendes Getränk zu uns nehmen.
Nach und nach fanden sich alle Leute ein und die von Roger vorgängig besorgten Skipässe konnten verteilt werden. Nach dem Zimmerbezug schnallten wir die Carving-Skier an und suchten uns vorsichtig und noch etwas unsicher eine Spur die Hänge hinunter zur Talstation der Käserstatt-Luftseilbahn.
Ohne anzustehen bestiegen wir die 4-er Gondeln und schwebten den Berg hinauf. Der gute Schnee und die immer etwas stärker durch die Wolken blinzelnde Sonne liess unsere gute Stimmung noch ansteigen. Bequem und leise beförderte uns der 6-er Sessellift zum höchsten Punkt, die Hochsträss auf 2'180 m ü. M. Nun konnte es endlich losgehen! Zuerst die ganze Gruppe, später in vereinzelten Grüppchen wurden die Pisten und unsere Kondition getestet.
Zum Mittagessen trafen wir uns alle wieder im reservierten Stübli des Käserstatt-Restaurants. Ausgerechnet über die Mittagszeit lösten sich die Wolken auf und die Farbe blau übernahm das Zepter. Die Mittagspause war mehr „Hast als Rast“ und schon standen wir wieder auf den Brettern. Aber kaum draussen, begann sich das Wetter wieder anders zu besinnen. Nichts desto trotz, die Pisten wurden bis um 16.00 Uhr in mehr oder weniger rasantem Tempo ausgekostet.
Nach einem Zwischenstopp in der Skibar fuhren wir gemeinsam über eine Nebenroute direkt vor die Haustüre unseres Berghauses. Die Zeit bis zum Fondue-Nachtessen verbrachten die einen mit intensiver Körperpflege, lesen, diskutieren oder dösen. Als Apéro zauberten Vincenza und Stefan einen Prosecco hervor. Mit den ausgliehenen Gläsern der Gasthofküche prosteten wir uns zu und genossen den feinen Trank in lustiger Stimmung auf unserem Massenlager. Kaum waren unsere Gläser leer, war es Zeit zum Nachtessen. Bei einer gemütlichen Fondue-Runde, dem passenden Weisswein und dem obligaten Kirsch als Verdauer verging der Abend viel zu schnell. Es schien nun an der Zeit, die dicke Käseluft etwas aus der Nase zu vertreiben. Während die einen den Jassteppich verlangten, machte sich eine andere Gruppe für einen nächtlichen Bummel bereit. Bei etwas rutschigen Verhältnissen bewegten wir uns in finsterer Nacht die Bergstrasse hoch und hofften insgeheim, die hoch oben erspähten Lichter mögen zu einer Gaststätte gehören. Einigen schien der Aufwand zum Ertrag etwas gar gross und sie machten sich wieder auf den Rückweg. Der harte Kern biss sich durch, allerdings ohne Erfolg, denn es war keine Einkehrmöglichkeit zu finden. So bliesen auch wir zum Rückzug und belohnten uns im Berghaus mit einem Schlummertrunk.
Langsam wurde es in der Gaststube ruhig und die Leute verschwanden gähnend oder mit einem müden Blick in den Augen zu ihren Schlafplätzen.
Die Nacht verlief nicht für alle gleich gut. Mehr oder weniger gut ausgeschlafen fanden wir uns tröpfchenweise beim morgendlichen Frühstück wieder. Einige noch ruhig, andere schon wieder zu witzigen Sprüchen aufgelegt, stärkten wir uns für den bevorstehenden zweiten Skitag. Nach dem Packen der Taschen und Rucksäcke wiederholte sich das Prozedere des Vortages, jedoch mit dem Unterschied, dass es etwas Wartezeiten bei den Bahnen gab. Das Wetter schlechter als am Vortag, mit Nebel und etwas Schneefall, bremste die Fahrweise im oberen Pistenbereich enorm. Stürze im dichten Nebel und der kalte Wind war für einige der Grund, sich in wärmere Umgebung abzusetzen.
Glück im Unglück hatte Trudy bei der Fahrt mit der Sesselbahn Bidmi. Beim Ausstieg, die Skier bereits aufgesetzt, stoppte die Bahn abrupt. Durch das Zurück-pendeln des Sessels gerieten die Skier wieder hinter den Ausstiegspunkt und Trudy rutschte durch den freien Spalt nach unten. Zum Glück stoppten die Fangnetze ihren Sturz und mit Hilfe eines Bahnangestellten und Martin Bopst konnte Trudy unverletzt aus der ungemütlichen Lage befreit werden.
Das etwas garstige Wetter veranlasste uns, die Mittagspause etwas länger zu gestalten. Danach folgten aber noch einige rassige Abfahrten zur Mittelstation Lischen.
Viel zu schnell verging die Zeit und gemeinsam traten wir die Abfahrt zu unserer Unterkunft an. Die mit dem Auto Angereisten verabschiedeten sich, wir packten unsere Sachen und fuhren auf den Skiern zur Talstation. Die Zeit reichte noch, um im nahegelegenen Restaurant, vor der Busfahrt zum Bahnhof Brünig, einen speziellen Kaffee zu geniessen.
Der etwas intensiver gewordene Wind und das Schneetreiben bis zum Bahnhof Brünig versetzten die Landschaft nochmals in ein winterliches Kleid. Deshalb waren wir froh, für die Heimfahrt im gemütlichen Speisewagen der LBB bei einem Glas Wein zu sitzen, ohne uns um die schwierigen Strassenverhältnisse kümmern zu müssen.
Ein erlebnisreiches, schönes und „unfallfreies“ Skiweekend ging zu Ende. Mein herzlicher Dank richtet sich an Brigitte Caspar und Martin Hürzeler. Sie hatten alles top organisiert und jederzeit voll im Griff. Ich meinerseits freue mich schon auf das nächstjährige Skiweekend!

Der Schreiberling Christian Schacher

Die Sonne zeigt sich auch kurz

Gemischte Gruppe im Schneetreiben

Da sind noch zwei auf Pistensuche

Ein aufgestellte Gruppe …

… stellt sich dem Fotografen.

 

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