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Das Zauberhornrennen im Hasliberg
oder das Ski-Weekend der LGN vom 15./16. Januar 2005

Dem aufmerksamen Beobachter ist bestimmt nicht entgangen, dass am diesjährigen Lauberhornrennen trotz Jubiläum und Riesenbrimborium des Schweizer Fernsehens erstaunlich wenig Zuschauer an der Piste standen. Die Ursache liegt darin, dass im Hasliberg ein weitaus spannenderes und vor allem ein neuartiges Rennen stattgefunden hat. Nicht "Wengen", "Kleine Scheidegg" und "Eigernordwand" waren die Schlagworte des Wochenendes, sondern "Bidmi", "Wasserwendi", "Planplatten" und "Glogghüs" waren die Begriffe, die angesagt waren.

Die Organisatoren des Zauberhornrennens hatten sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen, um die Bedingungen für die gestählten Athleten zu erschweren. Während die Fahrer in Wengen auf glatten, markierten Autobahnen ins Tal brausten, war unsere Piste stellenweise vom Schnee befreit worden, und zwar tückischerweise hinter Kuppen oder an anderen schwer einsehbaren Stellen, so dass Grasbüschel oder Steine hervortraten. Die Routenwahl wurde so zu einem interessanten Strategiespiel. Ausserdem war für das Rennen am Nachmittag als zusätzliches Erschwernis Vollkornmehl (dies ergibt die typische braune Farbe) in die Piste gestreut worden, so dass der Schnee weich und schwer wurde. Hinterlistig waren auch die breitwürfig gestreuten kleinen Steinchen, die als Belagtest ausgezeichnet taugten. Zusätzlich wurden an strategisch wichtigen Punkten Kinder oder andere unberechenbare Geister postiert. Ansonsten war das Rennen ähnlich anspruchsvoll wie dasjenige in Wengen.

Zum Rennverlauf: Alle Fahrer und Fahrerinnen gaben ihr Bestes, allerdings gab es einige Zwischenfälle: Christians spektakulären Abflug über die Spinsch-Kante haben leider nicht alle gesehen. (Um Wiederholung wird gebeten.) Cedric war die Kleinigkeit entgangen, dass ein Snowboarder an einem Ski-Rennen keine Startberechtigung hat, Ruedi und Mägi wurden nach langer Diskussion wegen unkorrekter Ausrüstung ebenfalls nicht zugelassen, da sie ihre Stöcke vergessen hatten. Ebenfalls nicht klassiert wurden Remo und Martin, weil die Zeitmessung nicht auf deren Tempi eingerichtet war und die beiden nicht erfassen konnte. Ein Pilot der Patrouille Suisse (die sich zuerst ans Lauberhorn verflogen hatte, schliesslich aber doch ins Haslital gelangte) sagte auf Anfrage, er habe kurz zwei Schatten aus dem Augenwinkel wahrgenommen, die sich mit annähernd gleicher Geschwindikeit wie er bewegten, er habe dies aber als optische Täuschung abgetan. Das Müggli-S meisterten alle souverän, während der Begriff "Pfiel-S" mehr über unsere aerodynamische, im Windkanal ausgetestete Haltung aussagte als über den Kurvenverlauf der Piste. Tagessieger war derjenige, der den "Häsli-Taxi"-Fahrer überzeugen konnte, uns mitzunehmen, bevor wir im Schattenloch anfroren.

Die anschliessende Rennbesprechung fand bei einem Gläschen Wein (vom Sturz-Piloten gesponsert) im Bidmi statt, während uns die letzten Sonnenstrahlen wärmten. Auch der weitere Verlauf des Abends wurde besprochen, war er doch wichtig als Vorbereitung für den zweiten Renntag:

Ruedi: Und, wie sieht das Programm aus heute abend?
Roger: Um sieben gibt's Food.
Ruedi: Und bis dahin?
Roger: Na, Non-Food.

Trotzdem ist rasend schnell durchgesickert, dass im Massenlager um 18.00 Uhr mit Prosecco angestossen werden sollte. Wie von einem Magneten angezogen, stellten sich alle pünktlich ein und wurden von Evelyne und Christian bewirtet. Der Abend war damit eingeläutet. Den Fondueplausch nutzten einige ehrgeizige Fahrerinnen, um mit geschlossenen Augen und leicht schwankenden Bewegungen des Oberkörpers die Strecke des morgigen Tages zu visualisieren.

Der Sonntag machte seinem Namen alle Ehre, die Bedingungen wurden noch etwas erschwert: ein paar Leute mehr, ein bisschen weniger Schnee, dieser dafür unwesentlich sulziger, 23 Grashalme und 4 - 5 Steine zusätzlich. Das Wetter entschädigte aber eigentlich für alles. Um nichts auf der Welt hätten wir uns das Skifahren vergällen lassen. Gespannt beobachteten wir, wie sich das Nebelmeer im Laufe des Nachmittags aus dem Brienzersee-Gebiet zurückzog und schliesslich nur noch ein paar "Fäden" zurückliess. Bei der Heimfahrt blieben wir dann im wahrsten Sinn des Wortes im Nebel stecken.

Roger, hier Dein bestellter Limerick.
Reimen muss er sich, das gibt den Kick.
Das Week-End war - ich glaube für alle - toll,
genauso wie Skifahren auch sein soll:
Lustig, gesellig und schliesslich... glücklich zurück!

 

Karin Kissling

 

Das Renngelände

Der erste oder letzte Zuschauer

Rennbesprechung (mit Zähneknirschen)

Ausgeklügelte Rennverpflegung

Wo gibt's hier den Prosecco?

Warten auf die letzten Rennfahrer und -fahrerinnen

 


 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
© Laufgruppe Niederamt – Release: 26.11.2005
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