Wenn
der Teufel aus der Schlucht ob Hägendorf ruft, dann kommen
sie, die fast 700 Läuferinnen und Läufer, davon 14 Mitglieder
von der LG Niederamt! Aus nah und fern nehmen sie den strapaziösen
Weg durch die landschaftlich sehr reizvolle Teufelsschlucht in Angriff.
Die 1989 ins Leben gerufene Cupveranstaltung, damals Solothurner
Berglaufcup genannt und im Jahre 2001 in Jura-Top-Tour umbenannt,
besteht nun schon zum fünften Jahr und beinhaltet sieben Bergläufe
zwischen 7.8 bis 14.1 km Länge.
Wie jedes Jahr beginnt diese Rennserie traditionsgemäss Ende
April mit dem 8.3 km langen und 500 Höhenmeter aufweisenden
Teufelsschluchtlauf. Damit in der engen Schlucht keine Staus und
Warteschlangen entstehen, wurden letztes Jahr zum ersten Mal Blockstarts
eingeführt, die sich bestens bewährt haben.
Das heutige Rennen konnte bei herrlich schönem Wetter und sommerlichen
Temperaturen gestartet werden. Ein kurzer Anstieg nach dem Start
führt auf eine flache Feldweg-Passage, dann entlang dem Waldrand
zuerst leicht ansteigend auf Asphalt, dann steiler werdend durch
ein kurzes Waldstück zu einem Einfamilienhaus-Quartier. Durch
Häuserreihen zuerst leicht abfallend, dann steil hinab bis
an die Hauptstrasse in der Dorfmitte. Beim Strassenkreisel wird
links abgebogen und zum Goldsprint auf der Höhe der Raiffeisenbank
angesetzt (Goldvreneli für erste Frau und ersten Mann). Jetzt
geht es darum, die Position in der Gruppe zu finden, um dann möglichst
in regelmässigem Schritt die noch bevorstehenden ca. 4.5 km
durch die Schlucht zu überstehen. Beim Schluchteingang erwartet
uns beidseits des Weges ein üppig grüner Teppich und es
riecht stark nach würzigem Bärlauch. Die Temperatur wird
etwas erträglicher. Die Strecke zieht sich nun hin über
Stock und Stein, um Ecken und Kurven, über Brücken und
Holzstege, über Treppen und um Felskanten. Die Beine werden
schwer wie Blei, der Mund trocken und der Atem beginnt zu rasseln.
Plötzlich wird es heller und der Weg etwas flach. Die Schlucht
ist zu Ende, aber das Ziel noch nicht erreicht. Wieder steigt es
an und über ein längeres Wiesenstück quälen
sich alle zur Autostrasse hinauf. Hier braucht es nochmals die ganze
Kraft und den eisernen Willen, die letzten 500 Meter bis ins Ziel
durchzubeissen. Auf den letzten Metern wird man von den frenetischen
Anfeuerungsrufen der vielen Zuschauer fast wie auf Wolken ins Ziel
getragen.
Zielstrich erreicht: Aus, vorbei, fertig, am Ende! So was tue ich
mir nicht wieder an, das sind die ersten Gedanken nach dem Zieleinlauf.
Kaum etwas erholt, sind solche Vorsätze schon wieder kalter
Kaffee. Es hat trotz aller Qualen gut getan und macht hungrig für
Versuche auf anderen Strecken.
Der Schreiberling Christian Schacher
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