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Infekte: Gefahren im Laufsport


Zusammenfassung Vortrag Dr. Zenhäusern vom 24. Februar 2007


Im Rahmen der Gruppenleiter-Ausbildung zusammen mit der LSG Olten haben wir einen Referenten eingeladen, der für uns zu den beiden folgenden Themen einen Vortrag gehalten hat: „Infekte: Gefahren im Ausdauersport“ und „Kraft und Stabilisation im Laufsport“. Dazu waren alle Mitglieder der Laufgruppe Niederamt und der Laufsportgruppe Olten eingeladen. So füllte sich der Saal in der „Spanischen“ in Härkingen mit über 50 Personen, die alle ein interessantes, lehrreiches und amüsant vorgetragenes Referat erleben durften. Dr. Zenhäusern, ein Sportmediziner, der viele Spitzensportler in Einzeldisziplinen und Mannschaftssportarten betreut, hat mit seiner mitreissenden Art mit einigen hartnäckigen Vorurteilen aufgeräumt und uns einiges elementares Wissen eindrücklich weitergegeben. Insbesondere zum Thema Infekte soll hier das Wichtigste weitergegeben werden, da diese Informationen im Sportalltag uns allen von grossem Nutzen sein können.


Zecken

Zecken halten sich an Gräsern fest, lassen sich beim Vorbeilaufen abstreifen und geraten so an die Beine von Läufern. Dort krabbeln sie weiter, bis sie eine Hautstelle finden, die dünn und weich genug ist, um hineinbeissen zu können. Die bevorzugten Hautstellen sind deshalb Kniekehlen, Leistengegend, Innenseite Oberarm und unter den Achseln.
Wichtigste Vorbeugungsmassnahme ist deshalb, nicht im Unterholz und durch hohes Gras zu laufen, sondern auf Wegen zu bleiben. Auch ein Insektenspray kann „abschreckend“ wirken. Nach dem Training sollte man sich sorgfältig absuchen, um eine Zecke zu entdecken, eventuell noch bevor sie sich festgebissen hat.
Wenn sich eine Zecke trotzdem festgebissen hat, sollte man die Zecke nicht selbst entfernen, da man durch den Druck mit Fingern oder Pinzette, die Zecke dazu bringt, sich zu erbrechen und so einen allfälligen Krankheitserreger weitergibt. Ein Arzt kann die Zecke sicher und risikolos entfernen.

Die Zecke kann zwei entscheidende für den Menschen gefährliche Krankheitserreger weitergeben:

1. Borreliose: Auslöser dieser Krankheit ist ein Bakterium, das 5 bis 50 % der Zecken in sich tragen. Die Krankheit kann mit Antibiotikum erfolgreich bekämpft werden.

2. Die Hirnhautentzündung (FSME): 0.5 bis 3 % der Zecken sind Träger dieser Viren. Die FSME ist eine schwerwiegende Krankheit, gegen die es keine Therapie gibt. Präventiv kann jedoch geimpft werden. Die Impfung ist 3 Jahre wirksam.


Virale Infekte wie Erkältungen, grippale Erkältungen, Grippe.

Die Viren setzen sich in den Muskeln fest, was sich als Glieder- und Kreuzschmerzen manifestiert. Die Skelettmuskeln können die zerstörten Zellen relativ rasch wieder aufbauen. Der Herzmuskel besitzt diese Fähigkeit nicht und kann deshalb nachhaltig geschädigt werden, wenn er während der Erkrankung belastet wird. Sporttreiben während viralen Infektionen birgt deshalb einerseits die akute Gefahr des plötzlichen Herztodes wegen Herzrhythmusstörungen und andererseits die Möglichkeit der chronischen Schädigung/Zerstörung des Herzmuskels mit massiver körperlicher Schwäche und Invalidität als Folge. Diese Schädigungen des Herzmuskels sind selten, wenn sie aber eintreten, sind sie fast immer gravierend.

Deshalb gilt: Kein Sport während der akuten Erkrankung, wenn dabei Fieber aufgetreten ist, erst nach 7 fieberfreien Tagen das Training wieder aufnehmen.


Karin Kissling, 10. März 2007

 


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