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Vier LGN-Mitglieder am Zürich-Marathon

 
Ingrid Wyss
Sandra Wyss
 
Fritz Ramseier   Martin Zimmerli

Zum fünfzigsten ein Marathon!


Ich betreibe seit jungen Jahren, je nach Gesundheit, mehr oder weniger Sport. Handball und Fussball waren die Lieblingssportarten in meiner Jugendzeit, doch Verletzungen und Abnützungen liessen diese Sportarten nicht mehr zu. Nach längerer Sportabstinenz entdeckte ich die Liebe zum Laufsport. Er ermöglicht mir insbesondere, individuell zu trainieren, was ich sehr schätze. Zum Ausgleich und um die Gelenke zu schonen, fahre ich auch regelmässig Velo.
An Laufsportveranstaltungen teilzunehmen, war nach meinem Neubeginn kaum zu denken, ich war schon froh, längere Trainingseinheiten ohne Schmerzen absolvieren zu können. Mit der wieder gewonnen Ausdauer, kamen auch erste Gelüste über eine Teilnahme an Läufen auf. Ohne mich von einer gewünschten Zeit unter Druck setzen zu lassen, absolvierte ich in den vergangenen Jahren Läufe bis zum Halbmarathon.

Vor wenigen Monaten, an unserer Klassenzusammenkunft, beschlossen zwei Schulkollegen und ich, uns zum fünfzigsten einen Marathon zu leisten. Wann und wo legten wir noch nicht fest, doch der Berlin-Marathon war unser Favorit. Anfang Jahr kamen plötzlich Zweifel auf, kann ich eine solche Distanz überhaupt laufen? Wie trainiere ich? Wie verpflege ich mich? Welches Tempo schlage ich an? Sollten wir diese Erfahrung nicht in der Nähe machen?
Die erstbeste Gelegenheit ergab sich beim diesjährigen Zürich-Marathon. Obwohl uns (nur noch zu zweit) die Zeit nicht mehr reichte, um ein gezieltes und aufbauendes Training durchzuziehen, waren wir guten Mutes, die Distanz durchstehen zu können. Was ich nicht so gut einschätzen konnte, war die Laufzeit, doch unter vier Stunden sollte sie schon liegen.

Eine weitere Ungewissheit stellte die Verpflegung dar. Ich war mir nicht gewohnt, während eines Laufes die unumgängliche Nahrung aufzunehmen. Somit wusste ich auch nicht, wie mein Magen auf Bananen, Gel, Riegel und Sportdrinks reagieren würde.

Der Lauf:
Zu Beginn des Laufes versuchte ich, kein zu hohes Tempo anzuschlagen. Dies ist mir dank der Pacemaker recht gut gelungen. Die ersten beiden Viertel lief ich genau gleich schnell. Verpflegt habe ich mich regelmässig mit kleinen Bananenstücken und Wasser. Bis zu Kilometer 35 wurde ich etwas langsamer, fühlte mich aber der Distanz entsprechend immer noch recht gut. Nun wurden die Beine aber schwer, die Schritte kürzer und die Muskelschmerzen nahmen rasch zu. Dank der tragenden Zuschauermasse in der Zürcher Innenstadt und der tollen Unterstützung von Evelyne, Christian, Monika, Däty, Corina und Adrian überstand ich auch noch das letzte Viertel ohne zu gehen. Dennoch kamen auf den letzten Kilometern Gedanken über Sinn und Unsinn von solchen Strapazen auf. Doch diese waren kurz nach dem Zieleinlauf wie weggeblasen und es kamen, trotz grosser Müdigkeit, wunderbare Glücksgefühle auf. Das Ziel, den Marathon unter vier Stunden zu Laufen, habe ich mit 3.42.50 mehr als erreicht. Übrigens, mein Schulkollege Peter H. erreichte die tolle Zeit von 3.27.30.

In den folgenden Tagen machte mir das Gehen und Aufstehen grosse Mühe, doch nach etwa fünf Tagen war der Muskelkater wieder verflogen.

Der Marathonlauf von Zürich war für mich ein tolles Ereignis bei absolut idealen Bedingungen. Trotzdem werde ich bestimmt kein regelmässiger Marathonläufer, bin aber derart begeistert und auch motiviert, um noch in diesem Jahr am Berlin-Marathon teilzunehmen. Ich freue mich bereits jetzt darauf und hätte niemals gedacht, dass ich mit 50 gerade zwei Marathonläufe absolvieren würde.


Fritz Ramseier

 

 


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